Meine liebste Bieni, die mich (fast) immer und (fast) überall hinbegleitet, ist mein liebstes Erbstück.

Als meine alleinlebende (Lieblings-)Tante 2016 ins Krankenhaus musste, nahm ich die damals 6-jährige, lebhafte Dackelhündin in Pflege.
Ein halbes Jahr später verstarb meine Tante leider. Die kleine Dackeline blieb bei mir. Inzwischen fast 11 Jahre ist sie immer noch sehr munter und beweglich, aber deutlich ruhiger. Sie verbellt nicht mehr stundenlang die Vögel im Garten, will auch nicht mehr so viel durch die Gegend rennen, ist an sehr warmen Sommertagen sehr verhalten in ihrem Bewegungsdrang, sie schläft inzwischen viel, freut sich aber immer, wenn es in den Wald, in die Apfelplantage oder zu den Bienen auf dem Segelflugplatz in Linkenheim geht, wo sie – nur wenn kein Flugbetrieb herrscht – nach Lust und Laune über die große Rasenfläche rennt, schnüffelt, sich an den vielen Gerüchen nach Wild erfreut… Am liebsten geht sie mit uns im Herbst Pilze suchen, da sind wir nicht so schnell unterwegs und sie hat ausgiebig Zeit, selbst herumzuschnüffeln und die Gegend nach Belieben zu erforschen. Auch das Murgtal mit Baiersbronn-Schwarzenberg liebt sie sehr. In dem Wald ist sie auch sehr froh.
Glücklicherweise fährt sie gern Auto und legt sich ruhig hin, bis sie merkt, dass das Ziel bald erreicht ist. Denn sie fährt ja auch mit zu Strickwochenenden und in Strickurlaub.
Ich hatte sie auch schon mit bei Seminaren, bei denen es keine TeilnehmerInnen mit Hundeallergien gab. Da lag sie dann brav im Einkaufskorb und verhielt sich still bis auf den Moment, als der Seminarleiter den Vorschlag machte, zu Fotos z. B. von Wolle eine Katze mit ins Bild zu nehmen. Durch ein kurzes Bellen brachte sie uns alle zum Lachen und machte klar, dass das – zumindest für mich – keine Option sein könne. Also kommt bei mir immer mal wieder Bieni mit ins Bild.

In Schliersee geht sie gern auf Waldwegen, den Weg um den See liebt sie nicht so besonders. Überhaupt habe ich dann immer das Problem, dass sie mir mir allein gar nicht gehen mag, denn dann ist ja das Rudel nicht komplett. Spätestens ab dem 2. Tag unseres Zusammenseins in der Gruppe begrüßt sie alle Teilnehmerinnen wie Familienmitglieder und möchte am liebsten, dass alle immer zusammenbleiben.
Im Himmelreich ist es nicht anders. Unser Morgengang geht dann immer gerade so lang, bis sie ihr Geschäft erledigt hat, dann schaut sie mich an und fragt mich, wohin ich denn jetzt wohl mit ihr will, wo doch alle anderen nicht dabei sind.
Sie ist zwar ein liebes Dackelexemplar, aber sie ist ein Dackel – inkl. hypnotisierender Blicke und Sturheit. Da muss ich manchmal schon klarmachen, dass ich die Chefin bin.

Manchmal passt sie am Gartentor so gut auf, dass fremde, ängstliche Kundinnen nicht reinkommen mögen. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, aber im Grunde genommen ist sie der liebste Hund. Sie beißt nicht (auf sie trifft der Spruch: Hunde, die bellen, beißen nicht). Nur bei kleinen Kindern, deren Bewegungen sie nicht richtig einschätzen kann, und die sie wohl nicht „für voll“ nimmt, muss ich ein wenig aufpassen.

Sie ist mir geschenkt worden und sie ist ein Geschenk, sie sorgt jeden Tag dafür, dass ich lache.
Ich kann sie mir aus meinem Leben gar nicht mehr wegdenken.